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22. August 2009


Das Pianohaus Keienburg unterstützt dieses Jahr offiziell das Heidelberger Studententeam beim internationalen, am Massachusetts Institute of Technolgoy (MIT) in Boston ausgetragenen Wettbewerb in Synthetischer Biologie.


Der sogenannte iGEM Wettbewerb (international Genetically Engineered Machines competition, siehe auch 2009.igem.org) findet bereits seit 2003 am MIT in Boston statt und ist heute mit Ÿber 100 teilnehmenden Teams weltführender Universitäten - wie dem MIT, Harvard, Stanford und Tokyo - der größte weltweit ausgetragene Wettbewerb für Studenten in Biotechnologie. Viele Teams setzen den Wettbewerb bereits mit einer Studentenweltmeisterschaft gleich. Deutsche Universitäten - darunter die Universität Heidelberg unter der Leitung von Professor Roland Eils - konnten sich in der Vergangenheit mit herausragenden Erfolgen profilieren und haben damit das besondere Potential des wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland mit einem Paukenschlag unterstrichen: das Team Heidelberg hat beim "championship jamboree" im November 2008 gleich drei Spezialpreise für sich entschieden - darunter die beiden besonders schwierigen Preise sowohl für die beste Präsentation als auch für das beste Poster, und zusätzlich eine Auszeichnung für die beste …Öffentlichkeitsarbeit. Ebenso konnte das Team eine von den nur 16 Goldmedaillen mit nach Deutschland bringen.

WAS IST SYNTHETISCHE BIOLOGIE?
Die Synthetische Biologie ist ein besonders junges und hoch-innovatives Forschungsfeld der Biotechnologie, in dem erstmalig die Konzepte der Ingenieurwissenschaften systematisch in einem biologischen Kontext entwickelt werden. Durch eine mathematische Beschreibung der genetischen Abläufe ist es möglich, neuartige Biosysteme am Reißbrett zu designen. Zur Verfügung steht dabei eine umfassendee Registratur genetischer Bausteine, die über einen universellen Steckmechanismus nach dem Legoprinzip beliebig miteinander verknüpft werden können. Mittlerweile gibt es bereits über 3000 dieser "Biobricks" (siehe auch partsregistry.org), die rund um den Globus allen iGEM Teams zur Verfügung gestellt werden.

WAS VERBINDET DIE SYNTHETISCHE BIOLOGIE MIT DER MUSIK?
Ein zentrales Element dieses Wissenschaftzweigs ist das Konzept der "emergenten Eigenschaften". In diesem Sinne sind komplexe Eigenschaften nicht durch ledige Komponenten gegeben, erst durch deren subtiles Zusammenspiel entstehen die Funktionen, die die Besonderheit des Lebens ausmachen. Ein einfaches Beispiel sind die von den Heidelbergern im letzten Jahr entworfenen Bakterien zur Krebsbekämpfung (siehe auch 2008.igem.org/Team:Heidelberg). Nur durch ein präzises Zusammenspiel von bakterieller Navigation (Chemotaxis) und einem selektiven Bekämpfungsmechanismus besteht die Perspektive, ein wirksames und gleichzeitig schonendes Krebsmedikament - in der Form eines Bakteriums - zu entwickeln. Nicht anders steht es um dieses Emergenzprinzip in der Musik: auch hier sind es die Harmonien klingender Töne, die Rhythmen farbiger Betonungen, oder die Symphonie eines brillianten Orchesters, welche durch künstlerisches Zusammenspiel in uns die besondere Erfahrung der Musik erwecken. Der Wissenschaftler Denis Noble von der Oxford University hat die engen Parallelen zwischen Musik und Leben sogar ausführlich in seinem Bestseller "The Music of Life" beleuchtet.

Das Musik und Biologie auch in der Praxis eng miteinander verwoben sind, zeigt sich an der hohen musikalischen Bestätigung von Akademikern. Hierbei macht die Sparte der Wissenschaftler einen ganz wesentlichen Teil - zum Beispiel in Universitätsorchestern - aus. Die wenigsten wissen heutzutage, dass auch Albert Einstein ein gefürchteter Geiger oder Werner Heisenberg ein begnadeter Pianist waren.

Das Pianohaus Keienburg freut es deshalb in ganz besonderem Maße, das junge Studententeam aus Heidelberg in einem technologisch so vielversprechenden Zweig unterstützen zu können. Für das "Weltmeisterschafts-Finale" in Boston im kommenden November wünschen wir dem Team deshalb besonders viel Glück und viele Preise.

AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM TEAM
Die aktuellen Informationen zum iGEM Team Heidelberg finden Sie auf den Seiten

www.bioquant.uni-heidelberg.de/igem


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